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Es handelt sich hier um einen bisher nur in Süddeutschland bekannten Bautypus nach dem Vorbild der Limonaie am Gardasee:
Zwischen zwei feststehenden Kopfbauten befindet sich ein ausgepflanzter Pomeranzenhain, der im Herbst mit einer Holzkonstruktion überbaut wird. Zweifel an der Aussagekraft des posthum erschienenen Stiches erforderten weitere Beweise für ein ehemals vorhandenes abschlagbares Pomeranzenhaus.
Die Mitarbeiter der Kreisarchäologie Passau konnten kurzfristig eine Suchgrabung im Schlossgarten Ortenburg aufnehmen. Bereits nach wenigen Tagen stieß das Team der Archäologen auf die Fundamente des Gebäudes, die mit den Maßen im Plan Wenings weitgehend übereinstimmen. Des weiteren wurden zahlreiche Scherben von Pflanzgefäßen, Nägel, Gläser sowie Reste eines Kachelofens gefunden. Bei einer weiteren Grabung im Frühsommer 2005 wurde das direkt an die Kreisstraße angrenzende Nordfundament gefunden, so dass nun die genauen Maße des Gebäudes vorliegen.
Dieser unerwartete Fund, bei dem erstmals der archäologische Nachweis eines abschlagbaren Pomeranzenhauses gelang, sowie die bisher in der Forschung weitgehend vernachlässigten historischen Gärten im Passauer Land erforderten weitere Schritte.
Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, Kontakte zu im Bereich der Gartengeschichte und Gartendenkmalpflege tätigen Fachleuten wurden geknüpft, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe tätig sind.
In einem Symposium im März 2005 sowie einer wissenschaftlichen Publikation mit dem Titel "Ein Hauch von Gold" konnten einer breiten Öffentlichkeit, bestehend aus interessierten Bürgern und einer großen Zahl von Fachleuten, erste Ergebnisse der Untersuchungen zum Schlossgarten Ortenburg und dem abschlagbaren Pomeranzenhaus sowie zu einigen Gärten im Passauer Land vorgestellt werden.
Durch die Kooperation mit verschiedenen Stellen in der Stadt Passau und dem Landkreis Passau wird das Vorhaben der Arbeitsgruppe, die historische Gartenkultur des Landkreises Passau aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen, ermöglicht.
Forschungen zu einzelnen historischen Gärten sollen ermöglicht werden und als Grundlage für ihre Erhaltung dienen. Gleichzeitig wird großen Wert auf die Einbeziehung der regionalen Bevölkerung und der Gäste des Landkreises gelegt.
Die Resonanz des Symposiums gerade bei Bürgern der Region zeigte den Bedarf an diesem Aspekt der regionalen Kulturgeschichte und bestätigte den Arbeitskreis in seinen Tätigkeiten.
Ein im Aufbau befindliches Museum zu den historischen Gärten und ihren Orangerien im Passauer Land bietet im Ortenburger Schloss allen Bürgern einen Einblick in das oftmals vergessene kulturelle Erbe; ebenso eine langfristig geplante Vortragsreihe mit einem weit gefächerten Themenspektrum zur Gartenkultur sowie weitere vielfältige Aktivitäten.
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